12.06.2018 SkF sucht ehrenamtliche Betreuer

SKF sucht ehrenamtliche Betreuer
Sind für Menschen im Alltag da: Sandra Metnrup (l.), Beate Tumbusch-Kordel, Sonja Hochstrat (r.) und seit April ehrenamtlich - ihr Schwiegervater Dieter Hochstrat.

Für fremde Menschen da sein

Einen DVD-Player hat Dieter Hochstrat schon repariert, einen Fernseher wieder in Gang gebracht und auch ein Smartphone gekauft. Eigentlich nichts Besonderes.
Allerdings macht Hochstrat das alles nicht für sich selbst, sondern für eine 70-jährige Dame. Ebenso kümmert er sich darum, dass ihre Rechnungen bezahlt werden und die Kasse stimmt. Denn Hochstrat ist einer von rund 100 gerichtlich bestellten, ehrenamtlichen Betreuern, welche sich in Dülmen um Menschen kümmern, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.
Er ist im April letzten Jahres eingestiegen und lebt seien Ehrenamt mit Leidenschaft. "Die Dame ist richtig stolz darauf, dass ich mich ausschließlich um sie kümmere," freut er sich. Und, schiebt er nach, auch ein bisschen stolz, dass sie von einem Mann betreut wird. Die meisten ehrenamtlichen Betreuer seien weiblich.
Dabei hatte Hochstrat zunächst auch Sorge, dass ihn die gesetzliche Betreuung überfordern könnte. Immerhin kümmert er sich um die Finanzen der 70-jährigen und unterschreibt Einwilligungen, wenn es um operative medizinische Eingriffe geht. "Aber über die Rechtspfleger am Amtsgericht und die hauptberuflichen Betreuerinnen hier beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) habe ich immer einen professionellen Ansprechpartner." Und die viele Zeit, die er für die Dülmenerin opfern müsse? "Das ist wirklich gar nicht so dramatisch. Wir treffen uns mindestens einmal im Monat, und wenn es etwas zu regeln gibt, natürlich auch dazwischen." Da jeder Termin vorher geplant werde, fühle er sich zeitlich gar nicht so sehr eingeschränkt. "Ich kann über meine Freizeit weiter voll bestimmen." Vom Schlage Hochstrats würde sich das hautberufliche Team der SkF noch mehr Betreuer wünschen. " Es gibt schon Klienten, für die Haben wir einfach nicht mehr genug Zeit", bringt es Sandra Mentrup auf den Punkt. Natürlich werde das rein Rechtliche immer abgearbeitet. Aber das Menschliche, das komme eben manchmal zu kurz. Ein Tässchen Kaffee, ein netter Plausch - und vielleicht auch mal nach dem kaputten DVD-Player schauen: All das übersteigt eben schon das gesetzlich Vorgegebene. Wer sich für eine Arbeit als ehrenamtlicher Betreuer interessiert, der wird beim SkF gründlich auf seine Aufgabe vorbereitet. "Und natürlich stehen wir jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung", versichert Sandra Mentrup. Die Beratung können übrigens Betreuer gratis in Anspruch nehmen, die ihre Angehörigen betreuen.

 Quelle (Text / Bild): Dülmener Zeitung 12.06.2018

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