Vielfältige Hilfe auf Augenhöhe

Der SkF Dülmen ist vor 100 Jahren als Fürsorgeverein für Mädchen ins Leben gerufen worden

veröffentlicht von Claudia Marcy Dülmener Zeitung vom 05.03.2022

 

DÜLMEN. Der Katholische Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder in Dülmen wurde am 2. März 1922 gegründet. Sein Anliegen: Frauen helfen Frauen, die in Notsituationen sind. Heute,100 Jahre später, bietet der Verein ein deutlich breiteres Spektrum an Dienstleistungen für alle Menschen, unabhängig von Konfession, Nationalität, Weltanschauung oder sexueller Orientierung an und ist aus dem Hilfs- und Beratungsangebot der Stadt Dülmen nichtmehr wegzudenken. Sein heutiger Name: Sozialdienst katholischer Frauen- kurz SkF e.V. Dülmen.

„Ehrenamtlich sind die Geschäfte eines so großen Verbandes schon lange nicht mehr zu führen.“ Bärbel Bleiker

Mit einem Festakt am 11. März sollte an die langjährige und erfolgreiche Geschichte des Dülmener Vereins erinnert werden. Er wurde vor wenigen Wochenpandemiebedingt abgesagt. Doch im Gottesdienst am Mittwoch wurde in Heilig Kreuz an den Geburtstag erinnert. Im Sommer sind nun verschiedene kleinere Veranstaltungen für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant, sagen SkF-Geschäftsführerin Monika Schulz-Wehrmeyer und SkF-Vorsitzende Bärbel Bleiker.1968 erhielt der Katholische Fürsorgeverein den Namen  Sozialdienst katholischer Frauen - heute ein fester Begriff im Sozialbereich. Der Sozialdienst mit seinen zahllosen Ortsvereinen ist Fachverband im Deutschen Caritasverband. Die Gründunggeht auf die Dortmunder Zentrumspolitikerin Agnes Neuhaus im Jahr 1899zurück. Dortmund ist heute auch Sitz der SkF-Zentrale. Zu den herausragenden SkF-Persönlichkeiten in Dülmen gehört Marianna Elsbernd, langjährige Vereinsvorsitzende. Unter ihrer Führung begann der Verein1967 sein Angebot auszubauen, sagt Bärbel Bleiker, die als ehrenamtliche Vorsitzende heute dem SkF Dülmen vorsteht. Der Vorstand arbeitet eng und vertrauensvoll, wie Bleiker betont, mit der Geschäftsführung zusammen, die es seit 17 Jahren gibt. Seit 2005 führt Monika Schulz-Wehrmeyer hauptamtlich die Geschäfte im SkF. Mit Ausweitung des Aufgabenfelds ist auch die Zahl der Mitarbeitenden gestiegen. Ehrenamtlich seien die Geschäfteeines so großen Verbandes schon lange nichtmehr zu führen, sagt Bärbel Bleiker. Neben der Allgemeinen Sozialberatung - eine Kernaufgabe des SkF - bietet der Verein heute den Adoptions- und Pflegekinderdienst sowie Bereitschaftspflege, den Betreuungsverein, die Fachberatung Kinderpflege, die Frühen Hilfen, die Schwangerschaftsberatung, den Babykorb und die Kinderkiste sowie die Vormundschaften für Minderjährige an. Außerdem ist der SkF Dülmen Träger des Frauen- und Kinderschutzhauses im Kreis Coesfeld sowie der Offenen Ganztagsschule (OGS) in der Augustinus-Grundschule. Ein breites Aufgabenspektrum das von den 45 Mitarbeitenden (viele davon in Teilzeit) viel Expertise erfordert. Nach wie vor setzt der SkF auf das Engagement seiner Mitglieder, die ehrenamtlich Aufgaben übernehmen – etwa als Betreuer oder Begleiter,im Babykorb oder im Frauen- und Kinderschutzhaus. Stets in engem Kontaktmit den hauptamtlichen Kräften. Welches Ehrenamt, welche Aufgabe passt zu welchem Ehrenamtler? Auf diese Frage werde im Verein viel Sorgfalt verwandt, betont Monika Schulz-Wehrmeyer. Wer eine ehrenamtliche Aufgabe suche, finde beim SkF sicherlich eine, betont auch Bärbel Bleiker. Blicken Vorsitzende und Geschäftsführerin auf die lange und erfolgreiche Arbeit des SkF zurück, so sehen sie viel Kontinuität. „Wir vertreten nach wie vor ein christliches Werteverständnis“, sagt Bärbel Bleiker über die Prinzipien des Vereins. Verändert indessen habe sich der Blick der Helfer und Betreuer auf die Hilfesuchenden und Betreuten: Heute sei es eine Begegnung auf Augenhöhe, sagt Monika Schulz-Wehrmeyer. Man versuche, die Arbeit und Hilfe an deren Bedürfnissen auszurichten